7 Wege zur Effektivität

Buchvorstellung

„Die 7 Wege zur Effektivität“

Buchcover Covey 7 Wege zur Effektivität
Foto v. O. F. des Buchcovers Covey 7 Wege zur Effektivität

(O. F.) In seinem Managementklassiker „Die 7 Wege zur Effektivität“ stellt der Hochschullehrer, Berater und Autor Stephen R. Covey (1932-2012) sieben zeitlose Wege (Gewohnheiten) vor. Diese Gewohnheiten können bei regelmäßiger und bewusster Anwendung den Leser sowohl zu privatem als auch zu beruflichem Erfolg führen. Vorweg sei angemerkt, dass es sich bei diesen sieben Gewohnheiten keineswegs um heiße Luft handelt. Das Gegenteil ist der Fall. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass sich dieses Werk seit der Erstveröffentlichung Ende der 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts zu einem Longseller entwickelt hat. Und man kann bereits auf über 40 Millionen verkaufte Exemplare zurückblicken.

Der Grund dafür ist, dass Coveys 7 Wege (Gewohnheiten) zur Effektivität anschaulich und leicht verständlich dargestellt werden. Und zeitlose Einsichten und Erkenntnisse präsentieren, die bis heute nichts an ihrer Bedeutung verloren haben. Im Gegensatz zu so manchem Modetrend in der Literatur zu Management und Persönlichkeitsentwicklung.

Stephen R. Covey geht von der Beobachtung aus, dass sich grundlegende Veränderungen sowohl gesellschaftlicher Natur als auch auf den globalen Märkten vollziehen werden. Den Grund dafür sieht er unter anderem im wachsenden Einfluss der Digitalisierung und Vernetzung der Wirtschaft. Mit ernsthaften Folgen für den einzelnen Menschen. Sein Leben beschleunigt sich und wird komplizierter, strapaziöser und letztendlich stressiger.

Vor diesem Hintergrund geht Covey der Frage nach, wie man sich dieser Herausforderung erfolgreich stellen kann. Die Antwort darauf formuliert er auf Basis zeitloser Erkenntnisse, die er zusammengetragen hat, um daraus wirksame Gewohnheiten abzuleiten. Er geht dabei sogar so weit, dass ihre Wirkung vergleichbar den Naturgesetzen seien. Wenn man also diese Gewohnheiten privat als auch beruflich anwenden würde, dann würde sich der Erfolg quasi automatisch einstellen.

Vorbemerkung zu 7 Wege zur Effektivität

Bevor wir nun ausführlicher auf den Aufbau und Inhalt dieses Ratgebers kommen, sei angemerkt, dass ich hier von Anfang an von „Gewohnheit“ spreche. Der Grund dafür liegt darin, dass ich nicht von Wege oder Prinzipien sprechen möchte, denn sein Werk heißt im Original: „The 7 Habits of Highly Effective People“. Dies könnte man mit: „Die 7 Gewohnheiten/Routinen von hochwirksamen/effizienten Menschen“ übersetzen. Sicherlich kein optimaler deutscher Buchtitel. Aber: Käme den Sinn des Originals näher.

Es geht ihm also gar nicht um Wege, Prinzipien, Regeln oder Maxime, sondern vielmehr um die Entwicklung von wirksamen Gewohnheiten/Routinen! Dies sollte man im Kopf haben bei der Lektüre. Auch hatte ich den Eindruck, dass Covey in seinem Werk sowohl von effektiv und effizient spricht, obwohl es für mich den Anschein hatte, dass dies nicht ausdrücklich beim Lesen im Fließtext klar wird. Deshalb der Hinweis: Es ist effektiv, die richtige Aufgabe zu wählen. Es ist effizient, diese Aufgabe richtig auszuüben. In Bezug auf Coveys Ratgeber heißt, dass: Es ist effektiv, die richtige Gewohnheit auszuwählen. Und: Es ist effizient, die richtige Gewohnheit richtig auszuüben.

Über den Aufbau von den 7 Wegen zur Effektivität

Die vorliegende Ausgabe des Ratgebers gliedert sich unter anderem in zwei Vorworten. Das erste Vorwort bezieht sich auf die deutsche Ausgabe. Das zweite Vorwort von Stephen R. Covey bezieht sich auf die Notwendigkeit einer Neuauflage. Im Anschluss daran folgen fünf Abschnitte: Der erste Teil hat den Titel „Paradigmen und Prinzipien“. Hier geht er auf Hintergründe und die Arbeitsweise mit diesem Ratgeber ein. Gleichzeitig gibt er einen Überblick der hier vorgestellten Gewohnheiten. Der zweite Teil heißt: „Der private Erfolg“. Dieser Abschnitt des Buches enthält drei Kapitel, welche drei Gewohnheiten präsentieren, die dazu beitragen, privaten Erfolg im Leben zu erlangen.

Der dritte Teil mit der Bezeichnung „Der öffentliche Erfolg“ skizziert die Gewohnheiten, die notwendig sind, um öffentlichen Erfolg zu erlangen. Der abschließende vierte Teil mit dem Titel „Erneuerung“ enthält die letzte wesentliche Gewohnheit, um ganzheitlichen Erfolg zu erlangen. An diese Ausführungen ist ein Anhang geknüpft, der weitere Erläuterungen enthält. Ebenso ein Nachwort sowie weiterführende Informationen.

Bei der ersten Durchsicht fällt auf, dass Covey seine sieben Gewohnheiten für privaten sowie beruflichen Erfolg in einer ganzheitlichen Grafik darstellt. Jedem Kapitel, welches sich mit einer Gewohnheit beschäftigt, ist eine Grafik vorangestellt. Dabei ist die jeweils präsentierte Gewohnheit farblich hervorgehoben. Anhand dieser grafischen Darstellung erkennt man, wie die einzelnen Gewohnheiten ein sinnvolles Ganzes ergeben. Weiterhin fällt auf, dass den Kapiteln oft Zitate vorangestellt sind. Auch werden Inhalte durch Grafiken und Tabellen veranschaulicht und der Lesefluss durch Auflistungen aufgelockert. Am Ende der Kapitel gibt es Anwendungsvorschläge.

Über den Inhalt – der 7 Wege zur Effektivität

Nach diesen Ausführungen zur Gliederung und Hinweisen zu Auffälligkeiten des Ratgebers werden wir uns nun in gebotener Kürze mit den sieben Gewohnheiten für persönlichen und beruflichen Erfolg beschäftigen.

Die erste Gewohnheit zur Effektivität, die Covey beschreibt, ist: „Pro-aktiv sein“ (S. 77 ff.). An diesem Punkt betont der Autor die Bedeutung der Eigenverantwortung für das eigene Handeln. Und hiermit der Fähigkeit, Entscheidungen bewusst zu treffen. Er fordert somit seine Leser auf, die eigene passive Haltung abzulegen. Und eine aktive Rolle im eigenen Leben zu spielen.

Die zweite Gewohnheit lautet: „Schon am Anfang das Ende im Sinn haben“ (S. 109 ff.). Hier geht es dem Autor darum, dass man sich seiner eigenen Ziele und Werte im Leben bewusst wird. Und keinesfalls planlos durchs Leben stolpert.

Die dritte Gewohnheit lautet: „Das Wichtigste zuerst tun“ (S. 161 ff.). Hier geht es darum, dass man für sich Prioritäten setzt und diese konzentriert bearbeitet. Nur was einem wirklich wichtig im Leben/Beruf ist, kann man verwirklichen. Deshalb muss man entscheiden, wofür man seine Zeit und Kraft einsetzen möchte.

Folgt man den Ausführungen Coveys, dann sind diese drei Gewohnheiten entscheidend für den privaten Erfolg. Es lohnt sich also, diese drei Gewohnheiten ins Privatleben zu integrieren.

Die vierte Gewohnheit lautet: „Win-win-Denken“ (S. 225 ff.). Hier wird deutlich, dass Erfolg für Covey kein bloßer Eigennutzen ist, sondern vielmehr erkennt man, dass Erfolg das Ergebnis von gegenseitiger Unterstützung ist. Menschliche Beziehungen und gegenseitige Unterstützung führen zu Lösungen, die vorteilhaft für alle Beteiligten sein können. Dies kann langfristige Beziehungen fördern.

Die fünfte Gewohnheit lautet: „Erst verstehen, dann verstanden werden“ (S. 263 ff.). Der Schwerpunkt liegt hier auf der zwischenmenschlichen Kommunikation und der Fähigkeit, sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen. Seine Perspektive einzunehmen und seine Wünsche, Bedürfnisse und Themen zu verstehen. Dies fördert die Beziehungen und kann Konflikte vermeiden oder gar lösen.

Die sechste Gewohnheit lautet: „Synergien schaffen“ (S. 293 ff.). Unterschiede in Teams werden nicht als Schwäche gesehen, sondern vielmehr als Stärke. Diese Stärke kann kreative Lösungen hervorbringen und bessere Ergebnisse erzielen.

Folgt man den Ausführungen Coveys, dann sind diese drei Gewohnheiten entscheidend für den öffentlichen Erfolg. Es lohnt sich also auch, diese drei Gewohnheiten zu integrieren.

Die siebte Gewohnheit lautet: „Die Säge schärfen“ (S. 315 ff.). Und meint nicht weniger als die regelmäßige Verbesserung der eigenen Fähigkeiten. Getreu dem Motto: Wer rastet, der rostet. Ohne Zweifel kann man hier auch von einem regelmäßigen persönlichen Verbesserungsprozess sprechen. Die siebte Gewohnheit verstehe ich als eine Art Klammer, um die drei Gewohnheiten für persönlichen Erfolg und die drei Gewohnheiten für beruflichen Erfolg miteinander zu verbinden.

In ihrer Gesamtheit stellen diese sieben Gewohnheiten ein gutes Fundament für privaten wie auch beruflichen Erfolg dar. Gleichwohl muss man diese Gewohnheiten im Alltags- bzw. Berufsleben konsequent umsetzen. Wenn dies gelingt, dann erscheint die Wahrscheinlichkeit hoch, die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Besonders positiv fällt auf, wie kurz und kompakt es Covey gelingt, seine sieben Gewohnheiten sprachlich auf den Punkt zu bringen.

Was ist zu kritisieren?

In der vorliegenden Ausgabe sind folgende Dinge kritisch anzumerken: 1.) Es gibt kein Literaturverzeichnis. 2.) Die Ausführungen des Autors, typisch für US-amerikanische Autoren, sind an manchen Stellen langatmig. Und: 3.) der etwas zu hohe Preis.

Fazit zu den 7 Wegen der Effektivität

Insgesamt ist dem US-Amerikaner Stephen R. Covey mit seinem Ratgeber „Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg“ ein lesenswertes Werk gelungen. In einer verständlichen und anschaulichen Sprache präsentiert er seine Inhalte. Auch wenn an so mancher Stelle weniger mehr gewesen wäre. Der Fließtext ist durch treffende Zitate, Fett- und Kursivdruck, Aufzählungszeichen sowie Abbildungen aufgelockert. Meiner Meinung nach besitzen die sieben Gewohnheiten praktischen Nutzen. Zumindest dann, wenn es einem gelingt, diese Routinen im Alltags- und Berufsleben ein- und umzusetzen!

Bibliografische Angabe:
Stephen R. Covey: Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg. 22., erw. & überarb. Aufl. Offenbach: GABAL 2011. 360 S. ISBN: 978-3-86936-894-8. Preis: 24,90 EURO.

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